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Geschichte

Schulleiter Jörg Herzig verlässt die Siebensternschule


Siebensternschule Selb 24.7.2020 – „Der Star geht - die Fans bleiben!“ Unter dieses Motto stellte der stellvertretende Leiter der Siebensternschule in Selb, Steffen Pirck, die feierliche Veranstaltung zur Verabschiedung des langjährigen Schulleiters Jörg Herzig, der die Schule zum Schuljahresende verlässt, um eine neue Stelle im Therapeutisch- Pädagogischen Zentrum in Hof anzutreten.
Pirck begrüßte zu dieser Veranstaltung in der Aula der Siebensternschule trotz Corona-bedingter Einschränkungen neben dem Kollegium namhafte Ehrengäste, die es sich trotz Abstandsgeboten und teilweiser Mundschutzpflicht nicht nehmen ließen, dem scheidenden Schulleiter ihren Respekt und ihre Anerkennung seiner geleisteten Arbeit auszusprechen. Zwar musste die Feier ohne die sonst übliche persönliche Beteiligung der Schüler und weiterer Gäste stattfinden, der Intensität und würdigen Ausrichtung tat dies jedoch keinen Abbruch. Pirck betonte in

seiner Ansprache die Menschlichkeit von Herzig, die positive Stimmung bei nahezu allen schulischen Belangen, die Netzwerkarbeit und die Kreativität bei der Schulausstattung sowie die Wertschätzung und Unterstützung der Arbeit des Kollegiums, welche die Schule zu der gemacht habe, die sie heute ist.
Landrat Peter Berek legte das Augenmerk in seiner Rede neben der Würdigung von Jörg Herzig als dem Gesicht der Schule auf die persönlichen Aspekte: Herzig, den er schon seit seiner eigenen Zeit als Bürgermeister kenne, sei motivierend für Andere gewesen, habe seine

Aufgabe nicht als Job sondern als Berufung gesehen und so Schüler geprägt und Persönlichkeiten geformt und Schüler und Lehrer zusammengebracht. Der ausdrückliche Dank Bereks galt besonders der Arbeit der letzten Monate, den er mit einer Würdigung der Schulen im Landkreis insgesamt verband. Diese hätten die Corona-Krise bisher grandios gemeistert. Er sei stolz auf alle Schulen im Landkreis.
Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch berichtete von seinem Schreck, den er bekommen habe, als ihn Jörg Herzig in einem Anruf über seine geplante Veränderung informierte. Er habe sich gefragt, wie es denn nun mit der Schule weitergehe. Es brauche jemanden mit der Fahne in der Hand, einen

Starken, der vorweg gehe – und das sei Herzig gewesen. Dieser habe zu allen Einrichtungen in Selb festen Kontakt gehalten, habe alle Absprachen umgesetzt und sei auf seriöse Art der Stadt immer freundschaftlich verbunden geblieben. Er, Pötzsch, selbst sei immer gern in diese Schule gekommen.
Pötzsch betonte bei allem Bedauern sein Verständnis für den Veränderungswunsch von Herzig. Veränderungen im Leben seien notwendig und es sei völlig in Ordnung, in einer bestimmten Lebensphase

etwas Neues anzustreben.
In einer weiteren Rede richtete Anja Lange, Vertreterin zweier mit der Schule verbundener Jugendhilfeeinrichtungen im Gut Blumenthal und in Franken bei Röslau ein Grußwort an Jörg Herzig. Neben Anekdoten aus der Zusammenarbeit betonte sie aber auch, dass es Höhen und Tiefen gegeben habe und man sich habe zusammenraufen müssen. Jugendhilfe und Schule seien zwei konträre Systeme. Es seien aber immer gemeinsame

Lösungen gefunden worden.
Helmut Lockenwitz, Organisator des Schülercafés Oase auf dem Gelände des Schulzentrums, das schulbezogene Jugendarbeit betreibt, sprach seinen Dank an Jörg Herzig für die offene und unkomplizierte Zusammenarbeit auch im Namen des Dekanats aus. Michaela Wunderlich, Vorsitzende des Elternbeirats, betonte, dass Herzig immer ein offenes Ohr nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Eltern gehabt habe.
In seiner Dankesrede berichtete Jörg Herzig über die Entwicklung der Siebensternschule von einer kleinen Schule mit einem überschaubaren Kollegium zu Anfang seiner Tätigkeit, deren Zukunft ungewiss gewesen sei, hin zu der etablierten Förderschule, die sie heute ist mit der doppelten Größe von damals . Er habe sich bemüht, der Schule ein Profil zu geben mit festen Angeboten, über die er in einer kleinen Diashow informierte. Erst vor kurzem sei die Siebensternschule zu einer “Schule ohne Rassismus“ ernannt worden. An seine Aufgabe sei er immer mit Herzblut herangegangen. „Teaching is heart work, not hard work“ sei sein Leitspruch gewesen, den er auch habe verwirklichen können, ohne sich zu verstellen. Er betrachte es als eine Ehre, Verpflichtung und Vergnügen, an dieser Schule Schulleiter gewesen zu sein.
In der vom Kollegium organisierten Veranstaltung wurde die besondere Wertschätzung, die Jörg Herzig genießt, u.a. durch die eingespielten Videobotschaften deutlich. Schüler aller Klassen kamen darin zu Wort mit kurzen Beiträgen und auch die Schulleiterkollegen der Nachbarschulen äußerten sich mit wohlwollenden Beiträgen. Die Pflege der Beziehungen zu diesen Schulen und die Wahrnehmung der Siebensternschule als fester Bestandteil des Schulzentrums waren Jörg Herzig immer ein besonderes Anliegen.
Zur Abrundung der Feier hatte sich das Kollegium einiges einfallen lassen: Unter anderem ein eigens auf ihn umgetextetes Lied - mit Mundschutz vorgetragen - ein großes Porträtfoto mit lauter eingearbeiteten Miniaturbildern all seiner Weggefährten und Schüler, eine kleine „Apotheke“ mit Hilfsmitteln für existenzielle Lebenssituationen und einen Bildband mit Situationen aus 12 Jahren Siebensternschule. Beendet wurde die Feier mit einem Videorundgang durch die menschenleere Schule.
Am letzten Schultag konnten sich im Corona-konformen Spalier schließlich auch alle Schüler von „ihrem Direktor“ verabschieden. Jörg Herzig ist gegangen – seine Fans bleiben.
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