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Zeitzeugengespräch am 27. April 2015 am PTZ Franken
 
Das Jahr 2015 steht ganz im Zeichen des Endes des 2. Weltkrieges, der Befreiung vom Nationalsozialismus. Im Fernsehen werden verschiedene Dokumentationen gezeigt, die Zeitungen und Zeitschriften berichten von Gesprächen mit Zeitzeugen. 70 Jahre nach dem Krieg werden vereinzelt Aufseher von Konzentrationslager angeklagt und verurteilt. Die Zahl der Überlebenden des Holocaust wird immer kleiner. In wenigen Jahren gibt es keine Möglichkeit mehr, direkt mit Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen, ihre individuellen Geschichten zu hören. Umso schöner ist es, dass unsere kleine Einrichtung im Rahmen des 70. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslager Flossenbürg wieder einen Holocaust-Überlebenden begrüßen durfte.
Das Thema „Hitler und das 3. Deutsche Reich hatten wir im Unterricht mit ausführlichen Informationen zu Hintergründen und Folgen behandelt. Die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung, der Holocaust sowie die Konzentrationslager spielten dabei eine wesentliche Rolle. Im Vorfeld lernten wir die Bedeutung von Begriffen der Zeit des Nationalsozialismus kennen. Zusätzlich schauten wir uns den Film „Wir haben überlebt…die anderen sind geblieben an. Der Film war sehr bewegend, Stille herrschte und erst langsam kam es zu einzelnen Äußerungen. Doch wie wird es wohl sein, wenn nicht nur über Interviews im Film sondern im persönlichen Erleben mit einem KZ-Überlebenden diese schreckliche Zeit wieder aufersteht?
Am Montag, den 27. April, war es dann soweit. Herrn Eliezer Artmann und seine Ehefrau aus Haifa in Israel waren bereits im letzten Juli bei uns zu Gast. Und trotzdem kam er wieder gern zu uns. Darüber freuten wir uns besonders, da es uns gezeigt hat, wie viel auch ihm sein letzter Besuch bedeutet hat. Über 1,5 Stunden erzählte er spannend, interessant und lebendig über seine Kindheit und Jugend in der Nazizeit. Seine Befreiung/ Rettung verdankt Herr Artmann seinem unvergleichlichen Mut zum Risiko, als er einer Strafe von 25 (Schlägen) entging, weil er sich einfach auf einen LKW „geflüchtet hat, ohne zu wissen, was ihn erwartet. Es ging aber gut für ihn aus. So hatte Herr Artmann auch viel Glück, wenn immer mal Helfer in der Not fand. Für uns ist es sehr aufschlussreich, wie sich Herr Artmann seinen Humor bewahrt hat und nicht von Rache oder Wut geprägt ist. Sein Blick nach vorn in die Zukunft, nicht zurück in die Vergangenheit, ist bemerkenswert. Es beschämt uns, da wir oft bei Kleinigkeiten verzweifeln und den Mut verlieren.
Wir haben uns über den Besuch von Herrn Artmann gefreut und wollen auch im nächsten Jahr wieder einen Zeitzeugen bei uns in Franken begrüßen.
Geschichte
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