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Geschichte

Siebensternschüler zu erneutem Schüleraustausch in Kattowitz/Polen

 
Es wird inzwischen mehr und mehr zu einer liebgewordenen Gewohnheit: Zum nunmehr bereits fünften mal trafen sich Schülergruppen der Selber Siebensternschule und zweier polnischer Grundschulen  aus Kattowitz in der Woche vor Pfingsten zu einem Schüleraustausch.

Nachdem die polnischen Gäste Selb und das Fichtelgebirge bereits zweimal besucht haben, reiste jetzt eine Gruppe der
Siebensternschule zum dritten mal in die südpolnische 300.000-Einwohner-Metropole Kattowitz.
Der vom Deutsch-polnischen Jugendwerk (DPJW) geförderte Austausch soll zu einem besseren Verständnis zwischen beiden Nationen beitragen und Vorurteile bei Jugendlichen überwinden helfen bzw  gar nicht erst entstehen lassen.

Je 14 polnische und deutsche Schülerinnen und Schüler verbrachten in diesem Sinne zusammen mit ihren Lehrern und Betreuern in einem Gästehaus eine gemeinsame Woche, die ausgefüllt war mit Aktivitäten unterschiedlicher Art.  Neben Sport- und Freizeitaktionen wie einer ganztägigen Kajaktour auf einem polnischen Fluss bei hochsommerlichen Temperaturen oder Gruppenspielen in der Unterkunft und den nahegelegenen Stadtparks – von denen es eine Vielzahl in der ehemaligen Bergarbeiterstadt Kattowitz gibt – gehörten dazu auch Angebote, die einen Einblick in die polnische Kultur, Lebensweise und Geschichte gaben.
In einem stillgelegten, aber bis heute funktionsfähigen Besucherbergwerk in Zabrze (früher: Hindenburg) wurde das karge und harte Leben der Kohlearbeiter wieder gegenwärtig. Rund zwei Jahrhunderte lang hat der Kohlebergbau die Region um Kattowitz (das polnische „Revier) bestimmt und geprägt.
Im modernen, erst vor wenigen Jahren neu eingerichteten „Schlesischen Museum  konnte man zudem nachvollziehen, dass die regionale Geschichte von Kattowitz eng mit deutsch-schlesischer Geschichte verwoben ist. Diese enge historische Verbindung zwischen Deutschland und dem heute polnischen Verwaltungsbezirk Schlesien (der Woiwodschaft „Slaskie) zeigte sich für die Selber Schüler sehr anschaulich in Begriffen der schlesischen Regionalsprache, die viele Ähnlichkeiten zur deutschen Sprache aufweist.
Selbst ausführen durften die deutschen Gäste auch den polnischen Nationaltanz „Polonaise – ein Ende des 16. Jahrhunderts entstandener Gruppentanz, bei dem in gemächlichem Tempo paarweise nach bestimmten Figuren majestätisch durch den Saal geschritten wird. Es wurde schnell deutlich, dass die v.a. im deutschen Faschingswesen verbreitete sogenannte „Polonaise kaum etwas mit dem polnischen Original gemein hat.
Auch hinsichtlich der Verpflegung achteten die polnischen Gastgeber auf original polnische Gerichte: Eine „Zurek- Suppe etwa (eine spezielle Suppe mit Wurst- und Speckeinlage) oder das polnische Nationalgericht „Bigos (polnisches Sauerkraut), das im Rahmen einer Stadtbesichtigung in einem Franziskanerkloster von Mönchen zubereitet und aufgetischt wurde.
Die Selber Gäste gewannen im Laufe der Woche einen wertvollen Einblick in polnische Gepflogenheiten und Bräuche – und hatten zugleich viel Spaß bei den gemeinsamen Aktionen mit den polnischen Gastgebern, die zu ungezwungenen und atmosphärisch gelösten Kontakten führten, bei denen die sprachliche Barriere nur eine geringe Hürde darstellte. Über die gemeinsamen Erlebnisse kam man sich näher.
Es ist fest vereinbart, die Partnerschaft Selb – Kattowitz weiter fortzuführen. Der nächste Gegenbesuch der polnischen Gäste in Selb wird hoffentlich bald stattfinden – es wäre der insgesamt sechste persönliche Kontakt seit Beginn des Austausches im Jahr 2016.
 
Georg Brandhorst
Schueleraustausch_Juni_2019