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Krieg und Flucht im Klassenzimmer


I
n Europa ist Krieg und in den einzelnen Ländern herrschen radikale Diktaturen. Deutschland und Frankreich liefern sich einen erbitterten Kampf. Für die Bevölkerung bleibt nur die Möglichkeit der Flucht in den Nahen Osten, ins vermeintlich sichere Ägypten. Mit dem eindrucksvollen und vom Thema her hochaktuellen Stück „Krieg: Stell dir vor, er wäre hier der dänischen Schriftstellerin Janne Teller ziehen zwei  Schauspieler die Schüler der Klassen 6 bis 9 der Siebensternschule Selb in ihren Bann und drehen die momentane Situation der Flüchtlinge aus Kriegsgebieten um. Unter der Leitung der Theaterpädagogin der Luisenburg-Festspiele Anna Spitzbart wird das Klassenzimmer zum Kriegsschauplatz oder zum Zeltlager, wobei sich die Kinder durch die Du-Form des Textes mitten im Stück wiederfinden.
Die Schauspieler Laura Puschek und Rowan Blockey als übrig gebliebene Mitglieder einer deutschen Familie stellen die Schüler gleich zu Beginn des Stückes vor die Frage „Wenn bei uns Krieg wäre, wohin würdest du gehen? – worauf die jungen Zuschauer spontan keine Antwort geben können. Außer der miitlerweile schäbigen Kleidung, die sie aus der Heimat mitbringen, benötigen die Darsteller keine großen Requisiten. Die Schülerbänke dienen als Schutz vor Bomben und Raketen oder als wackeliges Flüchtlingsboot. An die Tafel skizzierte Köpfe, von denen einige zum Teil wieder ausgelöscht und mit roter Kreide zu blutigen Fratzen werden, stellen die wenigen noch vorhandenen Erinnerungen an die Heimat der Flüchtenden dar. Der Musiker Uwe Pleschke begleitet das Stück mit der Gitarre, wobei er im Verlauf des Stückes von Techno-, Pop- und Rockrythmen zu den orientalischen Klängen des Zufluchtslandes wechselt.
Für ihr dramaturgisch hochwertiges Spiel bekamen die Darsteller viel Applaus von den nachdenklich gewordenen Schülern. Nach dem Stück wurden sie von Anne Spitzbart gebeten, eine Zeichnung oder ihre Gedanken zur Frage „Weißt du wie zuhause aussieht? auf einem Zettel zu gestalten. Bei den meisten war am Ende ihr Haus mit den Familienmitgliedern entstanden.        Text und Fotos: Gerald Lippert
Geschichte
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