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Flossenbürg machte das Grauen sichtbar


 
Wir fuhren mit gemischten Gefühlen nach Flossenbürg, um dort die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers zu besuchen. Nachdem wir im Geschichtsunterricht das „Dritte Reich“ mit seinen Gräueltaten durchgenommen hatten, beschlossen wir zusammen mit unserem Lehrer Gerald Lippert die KZ- Gedenkstätte Flossenbürg zu besuchen.
Gleich nach der Ankunft wurden wir von der netten Studentin Franziska Kick empfangen, die bei der fast zweistündigen Führung auf all unsere Fragen einging. Nachdem wir durch das Tor der noch vollständig erhaltenen Kommandantur gegangen sind, erzählte sie uns, dass dieses Lager bereits 1938 errichtet wurde. Bis 1942 mussten die Häftlinge hauptsächlich in den nahen Steinbrüchen arbeiten. Zum KZ Flossenbürg gehörten über 100 Außenlager, wie z.B. in Hof-Moschendorf und Helmbrechts. Im April 1945 wurden fast alle Häftlinge auf Todesmärschen aus dem Lager getrieben und am 23. April 1945 befreiten die Soldaten der US- Army dort noch 1500 Todkranke. Insgesamt wurden im KZ Flossenbürg und seinen Außenlagern rund 100.000 Häftlinge aus 30 Ländern registriert. Mehr als 30 000 überlebten nicht. Flossenbürg war ein reines Arbeitslager, in dem es aber auch viele Hinrichtungen gab.
Wir gingen weiter in die frühere Wäscherei, in der heute die neue Ausstellung zu finden ist. Neben vielen Bildern und Karten kann man dort die Kleidungsstücke der Häftlinge sehen. An einem Modell zeigte uns Frau Kick, wie das vollständige Lager aussah und wofür jedes Gebäude gebraucht wurde. Im Keller der Wäscherei befand sich das Häftlingsbad. Nach dem Entkleiden und der Rasur sämtlicher Körperhaare wurden sie unter zu heiße oder kalte Duschen getrieben. Oft wurden sie nur mit  einem Feuerwehrschlauch abgespritzt.
Als wir vom Leben der Häftlinge im Lager hörten, fragten wir uns, wie sie das aushalten konnten. Sie mussten sich oft zu fünft ein hartes Holzbett teilen. Nach dem Wecken um vier Uhr mussten sie jeden Morgen auf dem Appellplatz antreten. Sie mussten sogar die Toten mitbringen, die über Nacht gestorben sind, so dass die Gesamtzahl wieder stimmte. Einmal standen sie 72 Stunden nackt und ohne Essen auf dem Platz, bis ein geflohener Häftling wieder eingefangen wurde. Bis zu zwölf Stunden dauerte die Arbeit in den Steinbrüchen. Zum Essen gab es nur ein kleines Stück Brot und eine braune Suppe aus verfaultem Gemüse. Schläge und Misshandlungen waren an der Tagesordnung. Am schlimmsten waren die Blockältesten, das waren Häftlinge, die im Auftrag der SS die Lagerordnung durchsetzten.
Der schrecklichste Ort im KZ Flossenbürg war für uns das Krematorium. „Als ich vor dem Verbrennungsofen stand und von der Zahl der Toten hörte, war ich schockiert“, äußerte unser Klassenprecher Philipp. Nicht umsonst heißt diese Stelle „Tal des Todes“. Auf einem Ehrenfriedhof ist die Asche von 5500 Häftlingen begraben. Mit einem Film, in dem überlebende Häftlinge über das Leben im KZ berichten, endete unser Besuch. Um wieder auf andere Gedanken zu kommen, erstürmten wir nach dem KZ-Besuch den Schlossberg mit der Burgruine Flossenbürg.
„Ich war so beeindruckt, dass mir die Bilder noch am Abend vor Augen waren“, sagte  Marcel am nächsten Tag. „Dass es das KZ früher gegeben hat, finde ich nicht gut, denn die Menschen konnten ja nichts dafür“, meinte Martin. „Ich werde das, was ich gesehen habe, nicht so schnell vergessen“, erklärte Vanessa.
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